Ausblick: Wo soll es nach dem ersten Onlinekurs hingehen? (Vision)

Der erste Onlinekurs als Ausgangspunkt für…

Ich finde immer wieder spannend, wie sich bei meinen Teilnehmern im Laufe der Zeit herauskristallisiert, in welche Richtung es sich jeweils weiterentwickeln wird. Offensichtlich eignet sich ein erster Onlinekurs gut als Ausgangsbasis für recht unterschiedliche Geschäftsmodelle.

In dieser Lektion möchte ich dich dazu anregen, zum Abschluss des Programms erneut über deine „Antreiber“, deine zugrundeliegende Motivation und deine Ziele zu reflektieren. Ich mache die Erfahrung, dass die grundlegende Ausrichtung erst durch das konkrete TUN und ausprobieren so richtig klar wird – ein „Nachjustieren“ deiner (Langfrist-)Ziele macht also Sinn.

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Deine Aufgabe in dieser Lektion:

Formuliere erneut dein übergeordnetes Ziel, in welche Richtung sich dein Business durch deinen Onlinekurs weiterentwickeln soll. Finde – wenn du Lust dazu hast – eine ansprechende Form für dein Ziel, wie z.B. ein Motto, ein Bild oder eine Skizze, ein Statement dazu oder ähnliches.

Nimm dazu zunächst deine im ersten Modul gemachten Notizen zum Thema „Ziele und Motive“ erneut zur Hand: Was passt noch gut? Was hat sich verändert bzw. klarer geworden?

Zusätzlich zu diesem Rückblick kannst du dich inspirieren lassen von meinen Gedanken zu möglichen Geschäftsmodellen bzw. Einnahmequellen, zu denen man ein einmal durchgeführtes Programm weiterentwickeln kann:

Mögliche Geschäftsmodelle / Einnahmequellen nach dem ersten Coachingprogramm

Im Laufe der letzten Wochen hat sich auch mein Blick geweitet und ich sehe mittlerweile eine ganze Menge spannender Möglichkeiten, wohin die Reise nach einem ersten Programm gehen kann:

1. Ein einmal entwickeltes Programm ein oder mehrmals pro Jahr (betreut) durchführen

Ein einmal entwickeltes Programm kannst du jederzeit auf die gleiche Weise – ggf. mit kleinen Anpassungen – erneut wieder durchführen. Ab dem zweiten Durchlauf hast du deutlich weniger Arbeit damit, weil die Lernunterlagen fertig sind und du dich ganz auf die Betreuung und ggf. das Ausprobieren neuer Varianten der Betreuung konzentrieren kannst.

Ein 10-wöchiges Programm könntest du z.B. einmal im Frühjahr und einmal im Herbst starten.

Da sich deine Liste mit jedem neuen Launch weiter mit am Thema interessierten Menschen füllt und du außerdem in deinen ehemaligen Teilnehmern immer mehr Multiplikatoren hast, die das Programm weiterempfehlen, dürfte die Teilnehmergewinnung von Mal zu Mal einfacher gehen.

2. Das entwickelte Programm durch von dir ausgebildete Sub-Unternehmer durchführen / betreuen lassen

Eine Weiterentwicklung davon ist es, nach einigen Durchläufen Assistenten auszubilden, die den größten Teil der Teilnehmerbetreuung übernehmen. Das ist aber sicher nicht der allernächste Schritt sondern eher eine längerfristige Aussicht. Insbesondere, wenn du dich wieder neuen Themen zuwenden möchtest, die Nachfrage nach deinem ursprünglich entwickelten Programm aber weiter hoch ist, ist dies eine überlegenswerte Option.

3. Einen Selbstlernkurs daraus machen, der automatisiert verkauft wird

Aus deinem ursprünglich betreuten Programm kann ein Selbstlernkurs werden oder ein nur über ein moderiertes Forum betreuter Kurs, bei dem die gesamte Abwicklung automatisiert geschieht. Auch hier schadet ein gelegentlicher Aufmerksamkeitsschub nicht, wenn du z.B. mehrfach pro Jahr verstärkt die Werbetrommel für den Selbstlernkurs rührst.

Es ist auch möglich, einen komplett automatisierten Verkaufsprozess aufzusetzen, z.B. mit bezahlten Anzeigen und/oder der Werbung durch Affiliates, die immer wieder neue Leute auf deine „Squeezepage“ schicken, von wo aus ein automatisierter Launch per Autoresponder startet.

(Zuviel Fachchinesisch? ;) Hier nochmal in Deutsch: Du hast eine Seite vorbereitet, auf der du dein „kowA“ anpreist, z.B. ein mehrteiliger E-Mail-Kurs, der natürlich zum Thema deines Selbstlernkurs führt. Ein Interessent muss dafür seine E-Mail-Adresse in ein Formular eintragen. Ab dann bekommt er eine Reihe von Mails mit spannenden Infos, z.B. die Lektionen deines Kurses. In den letzten beiden Mails wird auf das kostenpflichtige Angebot hingewiesen und der Kunde auf eine Verkaufsseite geleitet. „Das Einzige“ was du also jetzt noch erreichen musst ist, dass regelmäßig eine nennenswerte Anzahl an Menschen deine Eintragungsseite besuchen. Das erreichst du mit Anzeigen, Muliplikatoren, die gegen Provision die Werbung an ihre Liste schicken oder eben durch regelmäßige eigene Werbeaktionen wie z.B. Webinare, Vorträge… 

Einen solchen komplett automatisierten „Sales-Funnel“ (Marketing-Trichter) habe ich als Kunde schon mehrfach erlebt, aber selbst noch keine Erfahrungen damit. Eventuell macht es hier Sinn, sich beim einmaligen Einrichten dieses Systems professionelle Hilfe zu suchen.

4. Eine Reihe von E-Books aus den schriftlichen Lernmaterialien machen

Wenn du sehr textlastige Module erstellt hast, ist es mit wenig Aufwand möglich, daraus mehrere Kindle- (oder andere) E-Books zu erstellen. Diese könnten als „Arbeitsbuch“ gekennzeichnet sein, wenn viele Übungen enthalten sind. So erhöhst du deine Sichtbarkeit im Netz weiter und hast eine weitere Einkommensquelle.

5. Einzel-Coachingprogramme anbieten bzw. den Einzelcoachingprozess aufwerten und leichter vermarktbar machen

Wenn du entschieden hast, keine Gruppenangebote zu machen, kannst du dein Coaching oder deine Beratung durch unterstützende, multimediale Arbeitsunterlagen sehr aufwerten – und außerdem natürlich dazu übergehen, mehr und mehr ortsunabhängig zu arbeiten.

Ein Einzel-Coachingprogramm, das inhaltlich stärker festgelegt ist als ein normales Coaching, dürfte einerseits ganz neue Kundengruppen ansprechen und beschert dir andererseits einen höheren Stundenlohn (weil das Gesamtpaket mehr Wert ist als du an Live-Arbeit hineingeben musst).

Auch hier gilt: Je mehr du aktiv die Werbetrommel dafür rührst und Interessenten sich in eine E-Mail-Liste eintragen, desto größer und besser vorselektiert wird bald deine Liste sein. Mit Referenzen von zufriedenen Teilnehmern dürfte auch hier die Vermarktung im Laufe der Zeit immer leichter werden.

6. Lizenzen für Unternehmen: Trainer- oder Teilnehmerlizenz

Wenn du dein Coachingprogramm für Unternehmen entwickelt hast oder deine Inhalte sich auch für Unternehmen eignen, kannst du auch über ein Lizenzmodell nachdenken.

Ich habe neulich von dieser Story gehört und finde, sie regt zum Nachdenken an: Eine Beraterin hatte einen Selbstlernkurs entwickelt und diesen eigentlich an Solo-Entrepreneure angeboten. Gleichzeitig hatte sie aber auch ein Lizenzmodell für Unternehmen vorgesehen, wonach Unternehmen die Unterlagen gegen eine teilnehmergebundene Lizenz nutzen können. Tatsächlich griff ein Unternehmen zu und kaufte auf einen Schlag 300 Lizenzen…

Sei diese Geschichte nun wahr oder durch die diversen Ecken, über die ich sie gehört habe, verzerrt: Das regt doch durchaus die Fantasie an, oder? ;) Unternehmen kaufen bei bestimmten Themen für jeden Teilnehmer ein Buch – warum sollten sie nicht auch für jeden Teilnehmer eine Reihe von Selbstlernmodulen kaufen, was jede Menge Trainerstunden und Entwicklungsaufwand spart?

Ich habe ja auch gerade eine Trainerlizenz mitentwickelt (diese hier) und dafür geben Trainer € 250,- aus, weil es ihnen eine Menge Arbeit erspart. Gut, durch den zwischengeschalteten Verlag verdiene ich daran nicht wirklich viel – aber offensichtlich funktioniert auch dieses Geschäftsmodell, denn der Verlag erwartet 150-300 verkaufte Exemplare…

Wie das Ganze technisch funktioniert, weiss ich (noch) nicht, aber ich habe gesehen, dass man z.B. bei dem Zahlungsanbieter Digistore24.de auch Lizenzschlüssel generieren kann. Da müss ich mich aber selbst nochmal schlau machen – daher von mir nur als Denkanregung.

7. Einen Online-Mitgliederbereich mit kontinuierlichen Einnahmen aufbauen

Ein Online-Mitgliederbereich ist im Grunde nichts anderes als die Plattform, auf der du dich jetzt gerade befindest: Es handelt sich um einen Bereich auf einer Webseite, der nur für registrierte und angemeldete Benutzer zugänglich ist.

Bei einem Coachingprogramm ist die „Mitgliedschaft“ zeitlich begrenzt und beginnt für alle Teilnehmer zum gleichen Zeitpunkt. Bei einem Online-Mitgliederbereich („Membership-Site) dagegen ist der Ein- und Ausstieg für Mitglieder jederzeit möglich und sie erhalten nur solange Zugang zu den Ressourcen auf der Plattform, wie Mitgliedsbeiträge gezahlt werden.

Worin die Ressourcen konkret bestehen, ist je nach Thema unterschiedlich. Sehr oft spielt die moderierte Community eine große Rolle und auch die Möglichkeit, dem Experten, also dem Betreiber der Seite, Fragen zu stellen. Auch exklusive, speziell für die Mitglieder aufbereitete Informationen, Übungsunterlagen oä. sind natürlich ein wichtiger Anreiz, Mitglied bei einer solchen Seite zu werden.

Wenn du einmal die Lernunterlagen für dein Programm fertig erstellt und sie ggf. optimiert hast, könntest du das als Start-Anreiz für deinen Membership-Bereich nutzen. Bei dem Plugin Digimember, das ich nutze, ist eine automatische, zeitgesteuerte Freischaltung von bestimmten Seiten möglich. So kannst du z.B. jede Woche oder alle zwei Wochen eine neue Lektion freischalten lassen – und zwar ist das immer relativ zum Eintrittszeitpunkt. Die Mitglieder, bearbeiten dann zwar alle in ihrem Tempo den zeitgesteuerten Selbstlernkurs, haben aber die Möglichkeit, über das Forum nach Sparringspartnern zu suchen, Fragen zu stellen etc. Ein „moderierter Selbstlernkurs“ – so könnte man das nennen.

Nach Ende des Selbstlernkurses wird ein gewisser Prozentsatz der Mitglieder an Bord bleiben, wenn du z.B. zusätlich jeden Monat „Bonus-Infos“ reingibst wie z.B. detaillierte Tutorials UND die Community gut angelaufen und sehr aktiv ist.

So ein Membership-Bereich ist allerdings nicht „von null auf hundert“ zu starten. Du brauchst zu Beginn eine gewisse kritische Masse an Mitgliedern, denn sonst die Community nicht viel wert. Ein Launch und als Basis eine relativ gute, große Liste sind wohl die Grundvoraussetzungen dafür, dass dieses Geschäftsmodell funktioniert.

8.  Nichts von alledem: Glücklich beim bewährten Geschäftsmodell bleiben

Eine letzte Möglichkeit will ich nicht ungenannt lassen: Es ist auch möglich, dass du nach den Erfahrungen der letzten Wochen gemerkt hast „Das ist doch nichts für mich!„.

Lernmaterialien zu erstellen ist eine völlig andere Arbeit als wenn du im Live-Workshop vor einer Gruppe stehst oder im Einzelsetting mit einer Person flexibel arbeitest. Wenn du das nach dem Ausprobieren jetzt festgestellt hast, dass es dir keinen Spaß macht, dann musst du das ja nicht. Teilnehmer / Kunden online zu betreuen ist ebenfalls gewöhnungsbedürftig und nicht jedermanns Sache. Vielleicht ist dir klargeworden: Ich arbeite lieber von Angesicht zu Angesicht.

Das kann sein – und diese Erkenntnis ist doch auch sehr viel wert! Und das meine ich überhaupt nicht ironisch, falls das so klingen sollte ;) . Du wirst aus diesem Kurs wertvolle Erfahrungen und Kompetenzen mitgenommen haben – es war also auf keinen Fall vergebene Liebesmüh. Erlaube dir also auch, diese Weiterentwicklung deines Geschäftsmodell in deine Auswahlliste mit aufzunehmen!

–> Was fällt dir noch ein? Welches spricht dich persönlich am meisten an?

Jetzt bist du dran: In welche grundsätzliche Richtung soll es sich bei dir weiterentwickeln? Wohin willst du mittel- bis langfristig mit deinem ersten Coachingprogramm?

Du siehst: Es ist zwar jetzt eine ganze Menge Arbeit, dein erstes Programm auf die Schienen zu kriegen – aber es lohnt sich! So oder so stehen dir spannende Möglichkeiten zur Verfügung, von denen viele in Deutschland noch ziemliches Neuland sind. Wir sind eine Community von Vorreitern :)

Die Aufgabe lautete: Denke über deine langfristigen Ziele nach und finde eine „Vision“, die deine Motivation aufrecht erhält, auch nachhaltig dranzubleiben. Vielleicht findest du spontan ein Motto, unter dem dein erstes Coachingprogramm stehen soll? Oder ein Bild, das deine Wunschvorstellung gut ausdrückt?

Wie kannst du dein „großes Ziel“, dem du mit deinem ersten Coachingprogramm näher kommen willst, gut für dich sichtbar und greifbar machen?

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